Was ist ein Event Log?
Ein Event Log ist eine strukturierte Sammlung von Ereignissen eines operativen Prozesses. Im klassischen Process Mining enthält jedes Ereignis mindestens eine Case-ID, eine Aktivität und einen Zeitstempel. Optionale Attribute beschreiben beispielsweise Ressource, Werk, Material, Menge, Kosten, Status oder Ausführungssystem.
Mindeststruktur und Semantik
| Feld | Fachliche Frage |
|---|---|
| Case oder Objekt | Zu welcher Prozessinstanz oder welchem Geschäftsobjekt gehört das Ereignis? |
| Aktivität | Welcher fachliche Schritt ist eingetreten? |
| Zeit | Wann begann, endete oder wurde der Schritt gebucht? |
| Attribute | Welche Merkmale erklären Varianten oder Leistung? |
Der Zeitstempel einer Buchung ist nicht automatisch der Zeitpunkt der realen Tätigkeit. Seine Bedeutung wird deshalb je Ereignis dokumentiert.
Cases und Objekte in Produktion und Logistik
Ein Fertigungs- oder Logistikprozess verbindet häufig Kundenauftrag, Fertigungsauftrag, Material, Charge, Handling Unit und Lieferung. Wird nur eine Case-ID gewählt, können Beziehungen verloren gehen oder Ereignisse vervielfacht werden. In solchen Fällen kann Object-Centric Process Mining geeigneter sein.
Qualitätsprüfungen
- Eindeutigkeit und Stabilität der IDs
- Vollständigkeit der relevanten Fälle und Aktivitäten
- Chronologie, Zeitzonen und Zeitauflösung
- Dubletten, Stornos und technische Wiederholungen
- überschriebene statt historisierte Zustände
- manuelle oder verspätete Buchungen
Ein Event Log ist damit kein neutraler Rohdatenexport, sondern ein fachliches Datenmodell mit dokumentierter Systemgrenze.
Fachliche Grundlage
Van der Aalst erläutert die klassische Mindeststruktur und die Grenzen vereinfachter Prozessdarstellungen in A practitioner's guide to process mining. Anwendung: Process Mining in Produktion und Logistik.
Event Log in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.