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FTS und AMR planen: von der Transportmatrix zur Flottengröße

Eine belastbare FTS- oder AMR-Planung beginnt nicht beim Fahrzeugkatalog. Sie beginnt bei Transportaufgabe, Zeitprofil, Layout und Betriebsmodell.

Kurzantwort

Aus Quelle, Ziel, Menge, Zeitprofil und Spielzeit entsteht eine erste Flottenbemessung. Verkehrsinteraktionen, Ladestrategie, Verfügbarkeit und Leitsteuerung entscheiden anschließend, ob das Gesamtsystem wirklich trägt.

Wie wird ein FTS oder AMR-System geplant?

Die Planung verbindet Transportmatrix, Eignungsprüfung, Technologieauswahl, Flottenbemessung, Fahrkurslayout, Lade- und Betriebskonzept, IT-Schnittstellen sowie prüfbare Abnahmekriterien. Ein Fahrzeugtyp wird erst ausgewählt, wenn Lasten, Transportprofile, Übergaben und Umfeld bekannt sind.

1. Transportmatrix und Zeitprofil

Jede Relation erhält Quelle, Ziel, Ladungsträger, Transportmenge, Frequenz, Priorität und Zeitfenster. Leergut, Rückläufe und Sonderfahrten bleiben sichtbar. Ein Tagesmittel genügt nicht: Schichtwechsel, Produktionsanlauf, Pausen und Versandwellen können die kritische Flottenlast bestimmen.

Vom Transportbedarf zur freigegebenen FTS-Lösung
  1. 01

    Aufgabe

    Relationen, Lasten und Zeitprofile

  2. 02

    Eignung

    Standardisierung, Umfeld und Service

  3. 03

    Auslegung

    Spielzeiten, Flotte und Ladebedarf

  4. 04

    Integration

    Layout, Steuerung und Übergaben

  5. 05

    Nachweis

    Test, Leistung und Verfügbarkeit

2. Eignung je Relation prüfen

Wiederkehrende Transporte mit standardisierten Ladungsträgern, definierten Übergaben und ausreichend stabilen Zeitfenstern sind gute Kandidaten. Kritisch sind unklare Bereitstellungszustände, häufig wechselnde Lasten, ungeordnete Übergabeflächen oder Prozesse, die nur durch informelle Entscheidungen funktionieren. In solchen Fällen muss zuerst der Prozess stabilisiert werden.

3. Flottengröße rechnen

Die Grundrechnung ermittelt den Zeitbedarf je Mission aus Lastfahrt, Leerfahrt und Handhabung. Hinzu kommen Wartezeit, Ladezeit, geplante Nichtverfügbarkeit und Reserve. Die nutzbare Fahrzeugzeit darf nicht mit der gesamten Schichtzeit gleichgesetzt werden.

BausteinBeispielhafte InhalteWirkung
FahrzeitLast- und Leerwege, Geschwindigkeit, KurvenGrundspielzeit
HandhabungAufnehmen, Absetzen, PositionierenZyklus und Übergabekapazität
VerkehrKreuzungen, Blockierungen, MischverkehrWartezeit und Streuung
EnergieLadefenster, Ladeleistung, Batteriewechselverfügbare Fahrzeugzeit
BetriebStörung, Wartung, ReserveLeistungsverfügbarkeit

Wann ist eine Simulation sinnvoll?

Eine statische Rechnung reicht bei wenigen unabhängigen Relationen und stabiler Last. Eine Simulation als Teil der Materialflussanalyse wird sinnvoll, wenn Fahrzeuge dieselben Engstellen nutzen, Prioritätsregeln wirken, Aufträge stark schwanken oder mehrere Ladekonzepte verglichen werden. Die Simulation prüft Regeln und Wechselwirkungen; sie ersetzt keine saubere Datenbasis.

4. Layout, Schnittstellen und Betrieb

Fahrkurse werden mit Gangbreiten, Radien, Türen, Brandschutzabschnitten, Aufzügen, Fußwegen und Übergabestationen abgeglichen. Die Leitsteuerung benötigt eindeutige Aufträge, Quittungen, Status- und Störmeldungen. Außerdem werden manueller Rückfallbetrieb, Störungsbeseitigung, Verkehrsregeln und Verantwortlichkeiten beschrieben.

5. Wirtschaftlichkeit ganzheitlich bewerten

Investition und laufende Kosten werden um Flexibilität, Sicherheit, Prozessqualität, Skalierbarkeit und Abhängigkeit von Systemkomponenten ergänzt. Die VDI 2710 Blatt 4 verbindet hierfür monetäre Rechnung und Nutzwertanalyse. Die 2025 veröffentlichte VDI 2710 ordnet die ganzheitliche Planung aktuell ein.

6. Abnahme vor der Ausschreibung denken

Funktions-, Kopplungs-, Leistungs- und Verfügbarkeitstests benötigen definierte Testlasten, Zeiträume und Systemgrenzen. Nur Kriterien, die im Lastenheft messbar formuliert sind, lassen sich später belastbar abnehmen.

Projektbezug: FTS- und AMR-Planung, Fördertechnik, FTS oder Stapler und FTS-Flottenauslegung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viele Fahrzeuge werden benötigt?

Die Zahl ergibt sich aus Transportmissionen, Last- und Leerwegen, Handhabung, Warte- und Ladezeiten, verfügbarer Betriebszeit und einer begründeten Reserve.

Wann genügt eine statische Flottenrechnung?

Bei wenigen weitgehend unabhängigen Relationen, stabilen Zeitprofilen und geringen Verkehrsinteraktionen. Komplexe Prioritäten und Engstellen sollten simuliert werden.

Ist ein AMR grundsätzlich flexibler als ein klassisches FTS?

Die Navigation kann flexibler sein. Übergaben, Ladungsträger, Prozessregeln, Sicherheitskonzept und IT-Schnittstellen bleiben dennoch systemgebunden.

Was wird bei der Abnahme geprüft?

Unter vereinbarten Testbedingungen werden Funktionen, Kopplungen, Spielzeiten, Durchsatz, Verfügbarkeit, Störverhalten und Dokumentation geprüft.

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