Kurzantwort
Eine belastbare Lagerplanung folgt sechs Schritten: Daten analysieren, Anforderungen definieren, Technologien auswählen, Layout und Kapazität dimensionieren, Wirtschaftlichkeit bewerten sowie Lastenheft und Ausschreibung vorbereiten. Die Schritte werden iterativ bearbeitet, weil Technik, Prozess und Fläche einander beeinflussen.
1. Datenanalyse und Mengengerüst
Artikelstamm, Bestände, Ein- und Auslagerungen, Auftragspositionen und Saisonverläufe bilden die Grundlage. ABC- und XYZ-Klassen, Größen- und Gewichtsgruppen sowie Auftragsprofile zeigen, welche Artikel gemeinsam behandelt werden können. Ausreißer werden nicht gelöscht, sondern fachlich erklärt.
2. Anforderungen definieren
Servicegrad, Durchsatz, Reichweite, Wachstum, Redundanz und Arbeitszeitmodelle werden in prüfbare Anforderungen übersetzt. Mindestens drei Mengensichten sind sinnvoll: Durchschnitt, planbarer Peak und Stressszenario. So wird vermieden, dass eine Lösung nur für einen einzigen Lastfall funktioniert.
3. Technologie auswählen
Technik folgt Prozess und Artikelspektrum. Fachboden, Palettenregal, AKL, Shuttle, AMR oder kompakte Behältersysteme werden anhand derselben Anforderungen verglichen. Unser Technologievergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede.
4. Layout und Dimensionierung
Bestandsplätze, Puffer, Arbeitsplätze, Fördertechnik, Verkehrswege und Erweiterungsflächen werden zusammengeführt. Eine einfache Grundlogik lautet: benötigte Kapazität = Spitzenbedarf ÷ effektive Leistung je Einheit. Verfügbarkeit, Schichtzeit, Pausen, Störungen und Sicherheitszuschläge müssen dabei sichtbar bleiben.
5. Wirtschaftlichkeit bewerten
Nicht nur die Investition zählt. Personal, Wartung, Energie, Ersatzteile, Flächen, IT, Hochlauf und Restwert gehören in eine vergleichbare Lebenszyklusrechnung. Sensitivitäten zeigen, ab welchem Wachstum oder Personalbedarf sich die Rangfolge der Varianten ändert.
6. Lastenheft und Ausschreibung
Das Lastenheft beschreibt Funktion, Leistung, Schnittstellen, Abnahmekriterien und Dokumentation – nicht die Marketingbezeichnung eines Produkts. Vergleichbare Angebotsstrukturen und ein sauberer Klärungsprozess reduzieren spätere Nachträge.
Checkliste: Datenbedarf Lagerplanung
- Artikelnummer, Abmessungen, Gewicht, Ladehilfsmittel und besondere Eigenschaften
- Bestände, Zu- und Abgänge sowie Auftragspositionen je belastbarer Zeitperiode
- Servicelevel, Cut-off-Zeiten, Retouren und Sonderprozesse
- Gebäude, Flächen, Höhen, Stützen, Tore, Brandschutz und Verkehrswege
- Wachstumsszenarien, Schichtmodelle und zulässige Betriebsunterbrechungen
Mehr dazu in unserer Lagerplanung, im Artikel Datenaufnahme und im Glossar unter Dimensionierung.