Kurzantwort
Jede Fabrik- und Logistikplanung benötigt fünf Datenkategorien: Ziele und Szenarien, Produktions- und Absatzdaten, Produkt- und Prozessdaten, Flächen und Restriktionen sowie Materialfluss- und Bewegungsdaten. Entscheidend ist nicht maximale Datenmenge, sondern eine zur Planungsphase passende Granularität und dokumentierte Qualität.
1. Ziele und Szenarien
Kapazität, Servicegrad, Produktportfolio, Automatisierung, Nachhaltigkeit und Wachstum bilden den Rahmen. Ohne eindeutigen Zeithorizont können historische Mengen und Zukunftsannahmen nicht sinnvoll verbunden werden. Mindestens Basis-, Wachstums- und Stressszenario schaffen Transparenz.
2. Produktions- und Absatzdaten
Benötigt werden Mengen je Produktfamilie und Zeitperiode, Saisonalität, Variantenanteile und geplante Veränderungen. Monatswerte können für Standortfragen reichen; Schicht- oder Auftragsdaten werden benötigt, wenn Takt, Puffer und Spitzenleistung untersucht werden.
3. Produkt- und Prozessdaten
Stücklisten, Arbeitspläne, Rüstfamilien, Zeiten, Ausschuss, Betriebsmittel und Qualitätsanforderungen verbinden Produkte mit Ressourcen. Produktfamilien reduzieren Komplexität, dürfen aber wichtige Sonderprozesse nicht verdecken.
4. Struktur- und Flächendaten
Gebäudepläne, Stützen, Höhen, Tore, Medien, Brandschutz, Fluchtwege, Traglasten und Erweiterungsflächen bestimmen den realisierbaren Lösungsraum. Planstände und Maße müssen eindeutig sein. Ein 3D-Scan kann unsichere Bestandsunterlagen ergänzen.
5. Bewegungsdaten
Quellen, Senken, Mengen, Frequenzen, Ladehilfsmittel, Wege, Bestände und Auftragsprofile bilden den Materialfluss. Zeitstempel helfen, Peaks und Wartezeiten zu erkennen. Die Materialflussanalyse übersetzt diese Daten in entscheidbare Zusammenhänge.
Datenbedarf nach Planungsphase
| Phase | Benötigte Granularität | Wichtigste Prüfung |
|---|---|---|
| Machbarkeit | Produktfamilien, Jahres- und Spitzenmengen, Grobflächen | Vollständigkeit und Größenordnung |
| Strukturplanung | Prozessketten, Flächenbedarfe, Materialrelationen | Konsistente Systemgrenzen |
| Detailplanung | Abmessungen, Zeiten, Anschlüsse, Arbeitsplätze | Version, Einheit und Verantwortlicher |
| Umsetzung | Termine, Bestände, Umzüge und Abnahmen | Aktualität und Änderungsstand |
Mit Datenlücken umgehen
Fehlende Werte werden nicht stillschweigend geschätzt. Jede Annahme erhält Quelle, Bandbreite und Sensitivität. So kann das Team gezielt entscheiden, welche Lücke vor der nächsten Planungsstufe geschlossen werden muss. Weitere Einordnung bietet der Fabrikplanungsablauf.